Weblog von Krümel

Mein erster Tag in der KJP - J. (2008)

Die Erinnerung an den ersten Tag in dem Haus mit gelben Fenstern ist, wie bei mir so viele wichtige Erinnerungen meines bisherigen Lebens, verschwommen.
Ich kann mich an den Zustand erinnern, in dem ich war. Ich hatte die Schnauze voll von Kliniken, die mir sagen, sie können mich nicht mehr behandeln. Hatte die Schnauze voll von Therapeuten, Ärzten, Krankenhäusern und vor allem der Psychiatrie. Ich wollte nur noch nicht mehr sein. Weder dort noch sonst wo, wollte nur in mein Bett und mich verkriechen. Mir die Decke über den Kopf ziehen und verschwinden. Nicht sterben, nein, einfach nur verschwinden.
Dann bin ich verschwunden. Im Haus mit den gelben Fenstern. Unfreiwillig und unvorbereitet. Aber notwendigerweise. Die Welt hat mich lange Zeit nicht (mehr) zu Gesicht bekommen und nun hatte ich was ich wollte.
Isolation.
Um zu finden, was zuvor in mir verschwunden war.
Mich.

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