Tag der Offenen Tür 2012 (Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen)

Am Sonntag, 14. Oktober 2012, fand von 13 bis 18 Uhr ein "Tag der Offenen Tür" in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen statt.

Das LabIRRinth hatte einen eigenen Stand, an dem unsere Ausgabe 9 verkauft wurde - druckfrisch und eigenhändig gefaltet und getackert. Die Besucher konnten die bisherigen Ausgaben 1-8 anschauen - und wir hatten ein Rätsel über die KJP vorbereitet, das man vor Ort ausfüllen und bei genug richtigen Antworten (wir waren großzügig! ;) ) einen Preis gewinnen konnte, z.B. einen unserer LabIRRinth-Buttons (s.u.) oder einen Glückskäfer.
Zur Ansicht hatten wir auch Bücher dabei, u.a. "Reif für die Klapse", ein Buch der KJP Düsseldorf, "Das Eismeer in mir", ein Buch der KJP Wilhelmsstift in Hamburg, und Miriams "Blaue Flügel". Zwischendurch konnte man sich bei uns mit bunten M&Ms stärken.

Außerdem konnte man bei uns die LabIRRinth-Sonderausgabe der Tagesklinik erhalten.

Wir hatten an diesem Tag sehr viel Spaß und haben uns über die vielen Besucher an unserem Stand gefreut, darunter auch viele ehemalige Patient(inn)en.

[ohne titel]

Marionette

Wie eine Marionette bin ich,
vergesse mich, sie flüstert mir zu,
gibt niemals Ruh,
ihre Fesseln sind eng,
ihre Regeln sind streng,
sie beherrscht mich vollkommen,
mein innerstes schon zerronnen,
wenn ich doch nur Mut hätte,
aber nein, ich bleibe ihre Marionette

kleine Biestchen

zu laut
ich muss hier raus
die Luft ist schon zu schnell verbraucht

echt, genug
ihr findet schon noch den den ihr sucht
doch ich bin schon ausgebucht

sonst passiert
was was ich nicht gerne riskier
denn ich bleibe hier

schaut, Er
fallt doch über ihn her
denn ich, ich will nicht mehr
 

ausgesaugt, verbraucht, kaputt

„Ausgesaugt, verbraucht, kaputt,
Wie ein Vulkan hinterlässt nur Asche und Schutt
Und überlebbar, aber unerträglich,
Oh, Gott im Himmel, bitte befrei mich!“

 

Literarischer Spaziergang durch Tübingen

Literarischer Spaziergang durch Tübingen

Als unsere Deutschlehrerin uns vorschlug, wir könnten auf einen literarischen Spaziergang gehen, war ich durchaus interessiert. Immerhin: war ja keine Schule! Wie sich allerdings herausstellte, war es doch mit Arbeit verbunden. Jeder von uns Jugendlichen durfte sich einen Dichter aussuchen, über den er/sie recherchieren sollte. Nur ich bekam einen zugeordnet, weil ich nämlich gefehlt hatte, und zwar Friedrich Hölderlin. Die Recherchen waren mühsam und in einem Fall zusätzlich, da ich gefühlt jede zweite Deutschstunde gefehlt hatte. Allerdings waren die Recherchen auch (komischerweise) interessant. Man lernte dabei so Einiges. Ich bekam meinen Vortrag gerade so noch fertig und hatte für diesen 3 Stationen in Tübingen, bei denen ich vortrug: Das Evangelische Stift (hier machte Hölderlin sein Studium), die Bursagasse 6 (hier wurde er 265 Tage therapiert) und der Hölderlinturm (hier verbrachte er die restlichen 36 Jahre seines Lebens nach der Therapie).
An einem heißen Julitag war der Spaziergang gekommen. Lehrer, Betreuer und Patienten aller 3 Stationen der Klinik waren da, um sich unsere Vorträge anzuhören. Es war sehr informativ und teilweise sogar spannend! Wie gesagt, man lernte so Einiges, vor allem aber, dass einige große deutsche Dichter psychisch krank waren (von unseren Dichtern Hesse, Hölderlin, van Hoddis, Mörike und Uhland eigentlich alle außer Uhland). Am Ende des Spaziergangs gab es Eis für die Patienten und alle waren zufrieden mit dem Spaziergang, der sehr gut gelungen war.

Nicolai

 

 

Ein etwas anderer Spaziergang

Am 24. Juli. 2013 um 8 Uhr luden die 10. und die 11. Klasse der Klinikschule zu einem literarischen Spaziergang ein. Das Thema war „Dichter Tübingens“. So suchte sich im Vorfeld jeder Schüler einen Dichter, der etwas mit Tübingen zu tun hatte, heraus und recherchierte zunächst über ihn. Zur Auswahl standen die Dichter: Hölderlin, Hesse, Goethe, Schiller, Uhland, van Hoddis und Mörike. So entstanden Stück für Stück Präsentationen über die Dichter und ihr Tübinger Leben. Für mich persönlich war es sehr interessant das Leben der Dichter zu durchforsten und auf immer wieder neue Informationen zu stoßen. So erfuhr ich zum Beispiel, dass der Dichter Friedrich Hölderlin auch mal Patient in der Psychiatrie war oder dass Jakob van Hoddis den eigentlichen Namen Jakob Davidsohn trug und vieles mehr. Die Präsentationen im Einzelnen waren so aufgebaut: 1. Das Leben des Dichters in Bezug auf Tübingen und 2. ein Werk des Dichters. Dies galt es so spannend wie möglich zu präsentieren, z.B. mit Klangcollagen oder mit Echos. Zum Schluss wurde eine Route geplant, in der alle Dichter wiederzufinden waren. So ging die Route z.B. auch an der Hafengasse 3 vorbei, welches das großelterliche Haus Ludwig Uhlands war. Eingeladen zu der Führung waren die Mitschüler aller drei Stationen plus Lehrer und gegebenenfalls Betreuer. Die Führung dauerte circa 2 Stunden. Ich persönlich war ziemlich aufgeregt meinen Vortrag vor allem vor den Betreuern und Lehrern zu halten, aber am Schluss lief dann alles wie am Schnürchen und Spaß hat es auch ein bisschen gemacht. Als der literarische Spaziergang dann beendet war, luden die Lehrer die Stationen 1 und 3 auf eine Kugel Eis ein. Alle setzten sich auf eine Decke in der botanischen Garten und genossen ihr Eis und feierten den Schuljahresabschluss. Für mich war es eine gelungene Führung, die letztendlich auch Spaß gemacht hat.

Johanna
 

eins unter vielen

Ich bin das Mädchen
Das alles hat
Schau genau hin
Ich liebe cat
Siehst Du die Spuren
Die sie hinterlässt
Wenn sie sich an mich krallt

Ich bin das Mädchen
Das ist nie allein
Man lächelt mich an
Das kann nicht sein
Doch diese Schatten
Machen mich winzig klein

Nein,

Ich bin nie allein

Begleiter

Du kleines Wesen,
wie nenne ich dich?
Beschütze mich.
Kleine Gestalt,
zeigst mir den Wald,
den See,
die Schlucht.
Ehe ich versteh,
ist hier noch ein Ort der Zuflucht.
Bald schon wirst du mir mit deinem Schweigen
zeigen
was sie bedeuten.
Ich kann nicht leugnen,
ich hätte mir gewünscht, es gäbe mehr Licht.
Ich blicke in dein kleines Gesicht,
in deine großen, grünen Augen.
Sie lassen mich glauben,
alles sei gut,
sie machen mir Hoffnung, machen mir Mut.
Doch was ich schließlich bemerken muss,
ist, dass ich am Schluss
auch hier fallen werde.
Egal ob in den See
oder in die Schlucht
mein Zwang, meine Sucht
lässt mich auch hier stürzen
aber dieses Mal nicht allein.
Denn du wirst bei mir sein.


 

Inhalt abgleichen